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Themendossier
Minijobs - geringe Chancen für qualifizierten Wiedereinstieg

Erfolgreicher Wiedereinstieg vermeidet soziale Ausgrenzung und (Alters-)Armut. Dafür gilt es mehr denn je, wirksame Wege zurück in Beruf und qualifizierte Beschäftigung zu eröffnen. Eine Reihe von lokalen Netzwerken W greift das Thema auf und bearbeitet sozusagen vom Negativ-Ende her Aspekte eines qualifizierten existenzsichernden Wiedereinstiegs. Über einen Minijob wiedereinzusteigen erleichtert für viele Frauen die Möglichkeiten zur Berufsrückkehr, doch das ist nicht ohne Risiko. Wie Studien nachweisen, sind nicht nur überproportional viele Frauen in Minijobs und prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig, sie haben auch ein erhöhtes Risiko zur Altersarmut: Minijobs schaffen Minirenten und sind selten eine Brücke in reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Angesichts dieser Entwicklungen besteht Aufklärungs- und Handlungsbedarf.

Netzwerk W-Aktivitäten

Netzwerk-W – Ausstellung zum Thema Minijob und qualifizierter Wiedereinstieg

Ausstellungen zum Thema MinijobDie Landesinitiative Netzwerk W hat eine Reihe von Ausstellungen zum Thema Minijob unterstützt. Nach dem großen Erfolg der Ausstellung des Netzwerk W Münster haben weitere Netzwerke W Idee und Konzept aufgegriffen und für regionale Bedarfe angepasst.
Die Landeskoordination stellte für interessierte Netzwerke und Kooperationspartner zwei landesweite Ausstellungssets zum Ausleihen bereit, die als Wanderausstellung genutzt werden konnten. Die Wanderausstellung ist im Förderjahr 2016 beendet worden. Die PDF geben einen Überblick zu den einzelnen Ausstellungstafeln.

Broschüre der LAG NRW informiert zu Minijobs – Vorwort von Ministerin Steffens

Broschüre der LAG NRW informiert zu MinijobsMit der Herausgabe der Informationsbroschüre zu Minijobs wollen das Emanzipationsministerium NRW und die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten (LAG NRW) über das Thema geringfügige Beschäftigung informieren und auf bestehende Rechte aufmerksam machen: Für wen lohnt sich ein Minijob? Welche Rechte haben Minijobberinnen? Wer muss die Abgaben bezahlen? Welche Pflichten hat eine Arbeitgeberin bzw. ein Arbeitgeber? Dies sind nur einige der Fragen, die behandelt werden. Außerdem sollen Wege aufgezeigt werden, wie Minijobberinnen ihre Rechte und Ansprüche durchsetzen können. Die Broschüre wird über die LAG NRW kostenlos verteilt.

Aktuelle Studien zu geringfügiger Beschäftigung und Minijobs

RWI-Studie zur Analyse der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse

Bundesweit arbeiten rund 7 Millionen Menschen in so genannten Minijobs, davon 1,7 Millionen allein in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen der Landesinitiative „Faire Arbeit - Fairer Wettbewerb“ hat das NRW-Arbeitsministerium das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) mit einer repräsentativen „Studie zur Analyse geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse“ beauftragt. Ziel war es, die Arbeitsmarktsituation von Minijob-Beschäftigten zu analysieren und gleichzeitig die Motive von Arbeitgebern kennen zu lernen, die Minijobber und Minijobberinnen beschäftigen.

Frauen im Minijob - Motive und (Fehl-)Anreize für die Aufnahme geringfügiger Beschäftigung im Lebenslauf, BMFSFJ

Geringfügige Beschäftigung ist ein Instrument, welches den Einsatz von Arbeitskräften flexibel machen, Schwarzarbeit abbauen sowie Arbeitslosen und der sogenannten „Stillen Reserve“ einen leichten Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen sollte. Diesem Anspruch, eine Brücke in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu sein, werden die „Minijobs“ aber selten gerecht. Dies zeigt die Studie „Frauen im Minijob“, die vom DELTA-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Die wichtigsten Motive für den Einstieg ein den Minijob sind die flexiblen Arbeitszeiten und die geringe Stundenzahl. Minijobs entwickeln jedoch – branchenunabhängig – ausgeprägte Klebeeffekte. Frauen im Minijob machen die Erfahrung, dass sie – auch mit einer qualifizierten Berufsausbildung – bei dauerhafter Tätigkeit im Minijob nicht mehr als qualifizierte Fachkraft gelten. Auf der Kölner Veranstaltung zum Thema Minijob referierte Prof. Carsten Wippermann, seine Vortragsfolien stehen zum Herunterladen bereit.

Agentur für Gleichstellung im ESF: Expertise zu Armut und Armutsrisiken von Frauen und Männern

Die Bekämpfung der Armut ist eines der fünf Kernziele der Strategie Europa 2020, der aktuellen Wachstumsstrategie der Europäischen Union für eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft in Europa. Insbesondere im Europäischen Sozialfonds (ESF) werden die Förderung der sozialen Eingliederung und die Bekämpfung der Armut einen wesentlichen Schwerpunkt darstellen. Vor dem Hintergrund, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern in der ESF-Programmperiode ab 2014 wieder ein wichtiges Querschnittsziel sein wird, wird in der Expertise der Agentur für Gleichstellung im ESF (Autorin Dr. Irene Pimminger) das Thema Armut aus einer Geschlechterperspektive betrachtet. Ausgangs- und Bezugspunkt bildet dabei das in der europäischen Gleichstellungsstrategie 2010 bis 2015 verankerte Ziel der gleichen wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen und Männern.

Umwandlungen von Minijobs – Rahmenbedingungen der Beschäftigung vor und nach der Umwandlung

Das Projekt „Evaluation der Projekte zur Umwandlung von 400-Euro-Jobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung“ wird getragen von den Jobcentern Bielefeld, Dortmund, Duisburg und Kreis Unna (kofinanziert durch das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW und dem Europäischen Sozialfonds). Die Evaluierung verfolgt im Wesentlichen das Ziel, die Erfahrungen aus Sicht aller Beteiligten – Jobcenter sowie Beschäftigte und Unternehmen als „Jobcenter-Kunden“ – aufzuarbeiten und sie als „Beispiele guter Praxis“ anderen Jobcentern zugänglich zu machen.

Weitere Links und Downloads zum Thema